Was ist der Unterschied zwischen EUDR und EUTR?
Kurz-Antwort
Die EUDR (EU-Verordnung 2023/1115) ersetzt die EUTR (EU-Holzhandelsverordnung 995/2010). Die EUTR galt nur für Holz und Holzprodukte. Die EUDR erweitert den Scope auf 7 Rohstoffe (Holz, Kaffee, Kakao, Soja, Palmöl, Kautschuk, Rinder), führt verpflichtende Geo-Koordinaten ein und verlangt eine DDS bei TRACES NT statt eines allgemeinen Sorgfaltspflicht-Systems.
Was war die EU-Holzhandelsverordnung (EUTR)?
Die EUTR (EU Timber Regulation, Verordnung EU 995/2010) trat 2013 in Kraft und war die erste EU-Verordnung, die illegal eingeschlagenes Holz vom Markt ausschließen sollte. Sie verpflichtete Operators dazu, ein Sorgfaltspflichtsystem einzurichten und zu dokumentieren, dass das von ihnen erstmals in Verkehr gebrachte Holz aus legalem Einschlag stammt.
Die EUTR hatte wichtige Unterschiede zur EUDR: Sie erfasste nur Holz und Holzerzeugnisse, keine anderen Rohstoffe. Sie forderte kein geografisches Koordinatensystem — stattdessen mussten Betriebe, Konzessionen und Lizenzen angegeben werden. Es gab keine digitale Einreichung in einem EU-System wie TRACES NT.
Die EUTR wurde in Deutschland durch das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz (HolzSiG) umgesetzt. Die BLE war und ist die zuständige Kontrollbehörde für Holz und Holzerzeugnisse in Deutschland.
Die drei Kernunterschiede zwischen EUDR und EUTR
Erster und wichtigster Unterschied: Rohstoffumfang. Die EUTR betrifft ausschließlich Holz und Holzerzeugnisse. Die EUDR erstreckt sich auf 7 Rohstoffe: Holz, Rinder, Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja und Kautschuk. Für Holzimporteure bedeutet das: Alles was bisher unter die EUTR fiel, fällt jetzt unter die EUDR — mit strengeren Anforderungen.
Zweiter Unterschied: Geo-Koordinaten als Pflicht. Die EUTR forderte keine GPS-Koordinaten. Die EUDR macht sie zur zentralen Pflicht — für jede Anbaufläche, von der EUDR-relevante Waren stammen. Das ist ein technologischer Sprung, der erhebliche Lieferketten-Kommunikation erfordert.
Dritter Unterschied: DDS-Einreichung in TRACES NT. Während die EUTR Dokumentation im Betrieb erforderte, schreibt die EUDR eine aktive Einreichung jeder Due-Diligence-Erklärung im EU-System TRACES NT vor. Die DDS erhält eine Referenznummer und ist für Behörden digital prüfbar.
Was ändert sich für Holzimporteure konkret?
Holzimporteure die bisher EUTR-konform gearbeitet haben, müssen ihren Prozess grundlegend anpassen. Das bisherige Nachweis-System (Lizenznummern, Konzessions-Dokumente) ist nicht ausreichend — es werden GPS-Koordinaten der Einschlagsflächen benötigt.
Außerdem weitet sich der Produktumfang aus: Holzkohle, Druckerzeugnisse und Bambusprodukte mit Holzanteil, die bisher möglicherweise nicht unter die EUTR fielen, können unter die EUDR fallen wenn Holz ein wesentlicher Bestandteil ist.
FSC- und PEFC-Zertifizierungen erleichtern die Koordinatenbeschaffung, weil zertifizierte Betriebe bereits Flächendaten dokumentieren. Sie ersetzen aber keine DDS — der Einreichungsprozess bei TRACES NT ist auch für zertifizierte Importe verpflichtend.
Gilt die EUTR noch neben der EUDR?
Nein. Die EUTR wurde durch die EUDR offiziell abgelöst. Mit dem Anwendungsbeginn der EUDR (30. Dezember 2026 für Großunternehmen, 30. Juni 2027 für KMU) tritt die EUTR außer Kraft, soweit sie von der EUDR abgedeckte Waren betrifft. Wichtig für Holzimporteure: Für Erzeugnisse, die bereits unter den EUTR-Anhang (VO 995/2010) fielen, greift der KMU-Aufschub auf 2027 nicht (Art. 38 Abs. 3 EUDR) — Holz-KMU müssen ebenfalls zum 30. Dezember 2026 konform sein.
Für den Übergangszeitraum bis zum jeweiligen EUDR-Anwendungsdatum bleibt die EUTR in Kraft. Holzimporteure müssen also zunächst weiterhin EUTR-konform agieren und parallel den Übergang zur EUDR vorbereiten.
Achtung: Holz aus EU-Mitgliedsstaaten unterliegt nicht der EUDR-DDS-Pflicht — innereuropäische Produktion ist ausgenommen. Nur Importe aus Drittländern sowie erstmaliges Inverkehrbringen in der EU löst die DDS-Pflicht aus.
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EUDR-Check starten →Häufige Fragen
- Wann tritt die EUDR in Kraft und wann wird die EUTR abgelöst?
- Die EUTR wurde offiziell zum 29. Dezember 2024 aufgehoben. Die EUDR gilt ab 30. Dezember 2026 für Großunternehmen und ab 30. Juni 2027 für KMU — für Holz/Holzerzeugnisse aus dem EUTR-Anhang gilt der KMU-Aufschub jedoch nicht (Art. 38 Abs. 3), hier bleibt es auch für KMU beim 30. Dezember 2026.
- Was sind die größten Unterschiede zwischen EUDR und EUTR?
- EUTR: nur Holz, Sorgfaltspflicht-System ohne Einzel-DDS. EUDR: 7 Rohstoffe, verpflichtende DDS mit Geo-Koordinaten bei TRACES NT, Länder-Benchmark-Bewertung, schärfere Sanktionen.
- Müssen Holzhändler, die EUTR-konform waren, alles neu machen?
- Weitgehend ja. Das EUTR-Sorgfaltspflicht-System gilt nicht mehr. Für EUDR müssen Holzimporteure eine vollständige DDS mit Geo-Koordinaten für jeden Einführungsvorgang einreichen.
- Gilt die EUDR auch für Altbestände?
- Nein. Die EUDR gilt für Waren, die nach dem Geltungsbeginn in den Markt gebracht werden. Altbestände, die vor dem Stichtag legal in Verkehr gebracht wurden, sind nicht rückwirkend erfasst.
- Wo finde ich den offiziellen EUDR-Text?
- Die vollständige EUDR ist im EU-Amtsblatt L 150 vom 9. Juni 2023 veröffentlicht. Suchbegriff auf EUR-Lex: "2023/1115".
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