Gilt die EUDR für Holzhändler und Holzimporteure?
Kurz-Antwort
Ja, Holz und Holzprodukte sind eine der sieben Rohstoffkategorien der EUDR. Holzhändler und -importeure müssen für alle Holzeinfuhren nachweisen, dass das Holz nicht aus Wäldern stammt, die nach dem 31. Dezember 2020 abgeholzt wurden. Dies betrifft auch verarbeitete Produkte wie Möbel, Parkett und Papier.
Welche Holzprodukte fallen unter die EUDR?
Holz ist die breiteste Kategorie der EUDR. Betroffen sind: Rundholz und Brennholz (HS 44.01–44.04), Schnittholz und Hobelware (HS 44.07), Holzplatten (Sperrholz, OSB, MDF — HS 44.11–44.12), Parkett (HS 44.09), Holzrahmen und Fenster (HS 44.18), Holzmöbel (HS 94.01–94.03), Papier und Pappe (HS 48.01–48.20), Holzkohle (HS 44.02) sowie Druckerzeugnisse (HS 49.01–49.11).
Wichtig: Auch Paletten, Verpackungsholz und Kork (HS 45) können betroffen sein. Die Entscheidung orientiert sich am HS-Code des Produkts und seiner Position in Anhang I der Verordnung (EU) 2023/1115.
Nicht erfasst: Produkte aus 100 % Recyclingholz ohne Frischholzanteil sowie Bambusprodukte ohne Holzbestandteile.
Hauptlieferländer Holz und ihr Risikostatus (2025)
Russland: High-Risk. Seit dem Handelsembargo sind russische Holzimporte stark zurückgegangen; der Risikostatus bleibt hoch. Restimporte über Drittländer (Belarus, Kasachstan) unterliegen dem gleichen High-Risk-Status des Ursprungslandes.
Brasilien: Standard-Risk (nicht im Anhang der DVO 2025/1093). Betrifft insbesondere Tropenholzarten wie Ipê und Cumaru — hier ist die vollständige Risikobewertung inklusive Koordinaten der Einschlagsfläche Pflicht.
Indonesien, Malaysia: Standard-Risk. Wichtige Herkunftsländer für Teak, Meranti, Rattan-Holz und Palmholz. Koordinaten der konkreten Konzessionsfläche erforderlich.
Europäische Länder (Polen, Tschechien, Rumänien): innereuropäische Produktion unterliegt keiner DDS-Pflicht für den innereuropäischen Handel. Erst beim Import aus Drittländern oder beim erstmaligen Inverkehrbringen aus Drittland greift die DDS-Pflicht.
Besonderheiten bei Holz: Mischprodukte und Recyclinganteile
Viele Holzprodukte bestehen aus mehreren Holzarten oder Materialien. Bei Möbeln beispielsweise können Massivholz-Teile, Sperrholz-Rückenplatten und Metall-Beschläge kombiniert sein. Für die EUDR ist nur der Holzanteil relevant — und wenn Holz ein wesentlicher Bestandteil ist, gilt die volle DDS-Pflicht.
Bei Recyclingholz-Anteilen kommt es auf den Nachweis an: Kann der Operator nachweisen, dass ein Holzanteil zu 100 % aus Recyclingmaterial besteht, ist dieser Teil EUDR-ausgenommen. Praktisch schwierig ist das bei Spänen und Faserstoffen, wo Misch-Chargen üblich sind.
Für importierte Möbel mit unbekannter Holzherkunft gilt: Kein Nachweis, keine DDS möglich, keine Einfuhr. Das zwingt Möbelimporteure dazu, Herkunftsnachweise von asiatischen Lieferanten einzufordern.
FSC und PEFC unter der EUDR: Was ändert sich?
FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC-Zertifizierungen sind wichtige Hilfsmittel, ersetzen aber keine EUDR-DDS. Die Zertifizierungen belegen legalen Einschlag und nachhaltige Forstwirtschaft — nicht automatisch Entwaldungsfreiheit im EUDR-Sinne.
Praktischer Vorteil von FSC/PEFC: Zertifizierte Betriebe verfügen in der Regel bereits über GPS-Daten ihrer Konzessionsflächen. Die Koordinatenbeschaffung ist für Importeure von FSC/PEFC-Holz deutlich einfacher.
Die EU-Kommission kann anerkannte Zertifizierungssysteme als vertrauenswürdige Informationsquellen anerkennen (Art. 10 Abs. 3 EUDR). Ob und in welchem Umfang FSC/PEFC als solche anerkannt werden, ist noch nicht abschließend geregelt. Die DDS-Pflicht besteht unabhängig davon weiter.
- FSC International — Waldzertifizierung ↗FSC-zertifizierte Forstbetriebe verfügen über GPS-Konzessionsdaten — nützliche Ausgangsbasis für EUDR-Koordinatenabfragen bei Holzlieferanten.
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- Welche Holzprodukte sind von der EUDR betroffen?
- Betroffen sind: Stammholz, Schnittholz, Furniere, Spanplatten, MDF, Sperrholz, Parkett, Holzpellets, Papier, Pappe und Möbel mit Holzanteil. Die vollständige Liste findet sich in Anhang I der EUDR.
- Ersetzt die EUDR die EUTR (EU-Holzhandelsverordnung)?
- Ja. Die EUTR (Verordnung 995/2010) wurde zum 29. Dezember 2024 durch die EUDR abgelöst. EUDR-Pflichten ersetzen das frühere EUTR-Sorgfaltspflicht-System vollständig.
- Was ist für Holzimporte aus Russland oder Belarus zu beachten?
- Russland und Belarus sind Standard-Risk eingestuft. Für Holzimporte aus diesen Ländern gelten zudem EU-Sanktionsregeln, die unabhängig von der EUDR zu beachten sind.
- Müssen Holzmöbel-Hersteller eine DDS erstellen?
- Wer Holzmöbel aus Nicht-EU-Ländern importiert, ist als Operator eingestuft und muss eine DDS erstellen. Wer Möbel innerhalb der EU kauft (von einem EUDR-konformen Importeur), ist Händler mit vereinfachten Pflichten.
- Welche Koordinaten benötige ich für Holzimporte?
- Sie benötigen die Geo-Koordinaten der Forstfläche oder des Forstbetriebs, aus dem das Holz stammt — nicht die Adresse des Sägewerks oder Exporteurs. Diese Koordinaten muss Ihr Lieferant bereitstellen.
Hinweis zur Einordnung dieses Ergebnisses
WaldNachweis berechnet auf Basis Ihrer Angaben gemaess Verordnung (EU) 2023/1115 (EUDR). Das Ergebnis ist eine strukturierte Berechnungsgrundlage - kein Rechtsgutachten, keine Rechtsberatung im Sinne des RDG. Die finale rechtliche Bewertung obliegt Ihnen und Ihrem Rechtsberater. Der Anbieter uebernimmt keine Haftung fuer Entscheidungen auf Basis dieses Ergebnisses.