Entwaldungsnachweis: Was die EUDR technisch verlangt
Kurz-Antwort
Ein Entwaldungsnachweis nach EUDR besteht aus drei Elementen: 1. Geo-Koordinaten der Anbaufläche im WGS84-Format. 2. Prüfung der Koordinaten gegen JRC-Walddaten (Global Forest Cover seit 2020). 3. Risikobewertung inkl. Länder-Benchmark. Das Ergebnis wird in der DDS dokumentiert und bei TRACES NT eingereicht.
Was die EUDR als Entwaldungsnachweis akzeptiert
Die EUDR nennt keine abschließende Liste zulässiger "Entwaldungsnachweise". Sie fordert, dass Operators Informationen beschaffen, die einen vernachlässigbares Entwaldungsrisiko belegen. In der Praxis sind akzeptierte Nachweisquellen: GPS-Koordinaten plus Abgleich mit Walddaten (JRC, Global Forest Watch), anerkannte Zertifizierungssysteme (FSC, PEFC, Rainforest Alliance) als unterstützende Dokumente, sowie Behördliche Karten und Katasterdaten des Herkunftslandes.
Kein einzelnes Dokument reicht allein als Entwaldungsnachweis. Die EUDR verlangt ein Sorgfaltspflicht-System, das verschiedene Informationsquellen kombiniert und bewertet.
Ein FSC-Zertifikat belegt nachhaltigen Forstbetrieb — aber nicht automatisch Entwaldungsfreiheit im EUDR-Sinne. Auch FSC-zertifiziertes Holz muss mit Koordinaten und Walddaten geprüft werden, bevor eine DDS eingereicht wird.
Entwaldungsnachweis in der Praxis: Schritt für Schritt
Schritt 1: Koordinaten der Anbaufläche beschaffen. Schritt 2: Koordinaten gegen Walddaten prüfen (war die Fläche am 31.12.2020 Wald?). Schritt 3: Risikobewertung anhand Länder-Benchmark. Schritt 4: Bei erhöhtem Risiko — Risikominderungsmaßnahmen (zusätzliche Lieferantendokumentation, Audit). Schritt 5: DDS in TRACES NT einreichen.
Für Low-Risk-Länder (z. B. Vietnam, USA, EU-Staaten) ist Schritt 3 vereinfacht — der Benchmark-Status reicht als Hauptbeweis, sofern die Koordinaten keine auffälligen Waldverlust-Signale zeigen. Für Standard-Risk-Länder wie Brasilien ist die vollständige Risikobewertung erforderlich.
Die Dokumentation aller Schritte ist Pflicht. Behörden können verlangen, die Entwaldungsfreiheit nachzuweisen — und "wir haben nichts geprüft" ist keine akzeptable Antwort. Jeder Schritt des Sorgfaltspflicht-Systems muss dokumentierbar sein.
Kostenloser EUDR-Eignungs-Check
Prüfen Sie jetzt Ihre Lieferanten: Koordinaten eingeben, Risiko-Ampel erhalten. Kostenlos, ohne Registrierung.
EUDR-Check starten →Häufige Fragen
- Was ist ein Entwaldungsnachweis?
- Ein Entwaldungsnachweis belegt, dass die Anbaufläche der importierten Ware seit dem 31. Dezember 2020 kein Wald war und nicht entwaldet wurde. Er besteht aus Koordinaten, JRC-Prüfung und der DDS.
- Reicht ein Zertifikat als Entwaldungsnachweis?
- Nein. Zertifizierungen (FSC, RSPO, Rainforest Alliance) ersetzen den EUDR-Entwaldungsnachweis nicht. Sie können als unterstützendes Element in der Risikobewertung berücksichtigt werden.
- Wie lange ist ein Entwaldungsnachweis gültig?
- Ein Entwaldungsnachweis (DDS) gilt pro Warensendung. Bei wiederkehrenden Lieferungen vom selben Lieferanten muss für jede Sendung eine neue DDS erstellt werden.
- Was wenn der Lieferant bereits einen Nachweis hat?
- Wenn Ihr Lieferant bereits eine EUDR-konforme DDS-Referenznummer für die Ware hat, können Sie diese Referenznummer für Ihre eigene DDS verwenden.
- Kann WaldNachweis den Entwaldungsnachweis automatisieren?
- Ja. WaldNachweis prüft Koordinaten gegen den EU-Länder-Benchmark und generiert eine DDS-Grundlage. Die finale Einreichung erfolgt bei TRACES NT.
Hinweis zur Einordnung dieses Ergebnisses
WaldNachweis berechnet auf Basis Ihrer Angaben gemaess Verordnung (EU) 2023/1115 (EUDR). Das Ergebnis ist eine strukturierte Berechnungsgrundlage - kein Rechtsgutachten, keine Rechtsberatung im Sinne des RDG. Die finale rechtliche Bewertung obliegt Ihnen und Ihrem Rechtsberater. Der Anbieter uebernimmt keine Haftung fuer Entscheidungen auf Basis dieses Ergebnisses.